Modellregion München
Modellregionen Elektromobilität
Die Bundesregierung fördert von 2009 bis 2011 mit insgesamt 500 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II den Ausbau und die Marktvorbereitung der Elektromobilität. So werden zum Beispiel im BMVBS-Förderschwerpunkt "Elektromobilität in Modellregionen" 8 Modellvorhaben mit insgesamt 115 Millionen Euro gefördert. Akteure aus Wissenschaft, Industrie und den beteiligten Kommunen arbeiten bei diesen Modellprojekten eng zusammen, um den Aufbau einer Infrastruktur und die Verankerung der Elektromobilität im öffentlichen Raum voranzubringen.
Konjunkturpaket II: 500 Millionen Euro
Saubere und bezahlbare Mobilität für alle können wir auf Dauer nur gewährleisten, wenn wir uns von den fossilen Brennstoffen wie Erdöl oder Erdgas unabhängig machen. Die Autos der Zukunft werden elektrisch mit Batterie und Brennstoffzelle angetrieben.
Nach über 100 Jahren Entwicklungsgeschichte des Verbrennungsmotors zeichnet sich mit dem Vormarsch der Elektromobilität eine Zeitenwende im Verkehrsbereich ab. Wir wollen dazu beitragen, die Elektromobilität aus ihrem Nischendasein in den Markt und zu den Kunden zu bringen. Deutschland soll bis zum Jahr 2020 zum Leitmarkt für Elektromobilität auf- und ausgebaut werden.
Um diese Entwicklung zu beschleunigen, fördert die Bundesregierung von 2009 bis 2011 mit insgesamt 500 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II den Ausbau und die Marktvorbereitung der Elektromobilität. Die jetzt erfolgreich gestarteten Maßnahmen bei Forschung und Entwicklung sind in Anspruch und Inhalt derzeit einmalig in Europa.
Kern der Maßnahmen ist, das weite Themenfeld der Elektromobilität in Deutschland entlang der gesamten Wertschöpfungskette umzusetzen. So werden im Rahmen des Konjunkturpaketes nicht nur die Grundlagenforschung weiter gestärkt, Prototypentwicklung und Fertigungsprozesse unterstützt, sondern auch anwendungsorientierte Forschungs- und Entwicklungsthemen in Demonstrationsvorhaben und der Alltagsanwendung forciert. Damit erreichen wir nicht nur kurzfristig konjunkturelle Effekte, sondern verschränken diese auch mit der langfristigen Stärkung des Zukunftsmarktes Deutschland in diesem Bereich.
Erste Erfahrungen zeigen: Die Maßnahmen des Konjunkturpakets greifen und gehen in die richtige Richtung. Es wird aber auch deutlich, dass sie über den kurzen Förderzeitraum des Konjunkturpaketes hinaus stabilisiert und verstetigt werden müssen, soll Deutschland zum Leitmarkt für neue Mobilitätstechnologien werden. Ziel muss auf der Grundlage dieser Maßnahmen ein Gesamtprogramm Elektromobilität sein, dass mit Beteiligung der Industrie die Markteinführung von Elektromobilität mit Batterie und Brennstoffzelle sicherstellt und effizient umsetzt.
Elektromobilität muss dabei als ein ganzheitliches Konzept betrachtet werden, das eine Vielzahl unterschiedliche Fragestellungen umfasst. Elektromobilität ist ein Thema der Forschungspolitik, der Energiepolitik sowie der Raum- und Stadtentwicklung. Elektromobilität ist in erster Linie aber ein Thema der Verkehrspolitik. Alles in allem bedeutet Elektromobilität nichts weniger, als dass wir uns auf neue Formen der Mobilität vorbereiten müssen.
Vor dem Hintergrund unterstützt das BMVBS das Thema in einem integrativen Konzept, in dem Akteure aus Wissenschaft, Industrie und den Kommunen eng zusammen arbeiten, die Elektromobilität im öffentlichen Raum aufzubauen. In einem Auswahlverfahren konnten sich regional organisierte Industrie- und Forschungsverbünde, Städte, Kommunen und Regionen um die Teilnahme am BMVBS-Förderschwerpunkt "Elektromobilität in Modellregionen" (Fördervolumen: 115 Mio. Euro) bewerben. Aus 130 Bewerbungen wurden 8 Regionen ausgewählt.
Darüber hinaus wird vom BMVBS ein Batterietestzentrum (mit Crashtests) aufgebaut sowie der Aufbau von Wasserstofftankstellen gefördert.
Aktivitäten
Zunächst wird eine Produktionslinie für die gewerblichen Elektrofahrzeuge im Liefer- und Pkw-Verkehr aufgebaut. Parallel dazu wird ein Netz von elektrischen Ladestationen errichtet. Im Fokus steht der praktisch immissionsfreie, gewerbliche und private Individualverkehr. Zur Integration des ÖPNV in das Konzept der nachhaltigen E-Mobilität wird die Entwicklung von Hybridbussen gefördert. Die technische Optimierung der Fahrzeuge, die Netz- und Ladeinfrastruktur sowie die Anpassung der Gesamtstruktur an die Bedürfnisse der Fahrzeugnutzer werden mit Hilfe von Begleitstudien einschlägiger Forschungseinrichtungen erzielt.
Einbettung in die Region
Die Landeshauptstadt München hat sich für den Klimaschutz im Rahmen der Leitlinie Ökologie u. a. das Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen pro Kopf gegenüber dem Jahr 1990 bis zum Jahr 2030 um 50% zu reduzieren. Der Einsatz von Elektrofahrzeugen kann einen Beitrag zur Erreichung dieses Ziels leisten. Im Rahmen der Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplans und des Nahverkehrsplans sind auch die Entwicklungen der Elektromobilität in die Handlungsprogramme der Landeshauptstadt München mit aufgenommen bzw. fortzuschreiben. Auch im Rahmen der Europäischen Metropolregion München wird das Themenfeld Elektromobilität verfolgt.
Schwerpunkt
Die Modellregion München wird die Entwicklung und Markteinführung von Elektrofahrzeugen wie z. B. für den Liefer- und Pkw-Verkehr sowie die zugehörige Ladeinfrastruktur fördern. Zur Deckung des Strom-Mehrbedarfs wird die erforderliche Infrastruktur für eine umwelt- und klimagerechte Energieversorgung aufgebaut bzw. ergänzt. Der erwartete Strom-Mehrbedarf wird ausschließlich mit regenerativer Energie gedeckt.
Zeitplan
Juli 2009:
Aufbau von Ladeinfrastruktur mitständiger Erweiterung
30. Juli 2009:
Startschuss des einjährigen Pilotprojektes zu Elektroautos im Alltagseinsatz in München: Einsatz von Elektrofahrzeugen und Aufbau von insgesamt 15 Stromtankstellen
August 2009:
Aufbau nachhaltiges kommunales Mobilitätskonzept
März 2010:
Fertigstellung Prototyp gewerbliches E-Fahrzeug
Ende 2010:
Inbetriebnahme von zunächst 30 gewerblichen Fahrzeugen (7 Flotten)
Juli 2011:
Inbetriebnahme von 30 weiteren gewerblichen Fahrzeugen (8 Flotten)
Quelle:bmvbs

